Der Personenbeförderungsschein — amtlich Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung, kurz P-Schein — ist die Erlaubnis, gewerblich Fahrgäste zu befördern. Ohne ihn darf dich kein Betrieb ans Steuer lassen, und du darfst auch auf eigene Rechnung niemanden fahren. Das ist keine Firmenregel, sondern steht in der Fahrerlaubnis-Verordnung.
Die gute Nachricht: Er ist kein Studium. Du brauchst einen Arzttermin, ein Führungszeugnis und einen Behördengang. Diese Seite führt dich Schritt für Schritt durch.
Brauchst du ihn überhaupt?
Ja, wenn du selbst fährst — im Taxi, im Mietwagen oder für einen Vermittlungsdienst wie quickz. Auch dann, wenn du auf eigene Rechnung unterwegs bist.
Nein, wenn du einen Betrieb führst, aber nicht selbst am Steuer sitzt. Dann brauchen nur deine Fahrerinnen und Fahrer einen. Für dich als Unternehmer gelten andere Nachweise, die nichts mit dem P-Schein zu tun haben.
Was du mitbringen musst
- Mindestens 21 Jahre alt. Für Krankenkraftwagen reichen 19.
- Führerschein der Klasse B, seit mindestens zwei Jahren. Beides muss am Tag des Antrags erfüllt sein — nicht irgendwann im Laufe des Verfahrens.
- Gesundheitliche Eignung, nachgewiesen durch eine ärztliche Untersuchung, einen Sehtest und einen Leistungstest.
- Ein Führungszeugnis ohne relevante Einträge — und zwar der Belegart O.
- Kein hoher Punktestand. Ab etwa fünf Punkten im Fahreignungsregister wird es schwierig, den Schein zu bekommen.
In fünf Schritten zum Schein
1. Betriebsarzt oder Begutachtungsstelle suchen
Das ist der Schritt, an dem es am häufigsten hängen bleibt — dabei dauert er drei Minuten. Such bei Google nach „Betriebsarzt Personenbeförderungsschein" und deiner Stadt. Du bekommst sofort mehrere Treffer; auch TÜV und DEKRA bieten das flächendeckend an.
Ruf an und frag nach einem Termin für die Untersuchung zum Personenbeförderungsschein — mit Sehtest und Leistungstest. Alle drei lassen sich in einem einzigen Termin erledigen.
Sag „Leistungstest" ausdrücklich dazu. Er wird am häufigsten vergessen, und ohne ihn ist die Untersuchung unvollständig — du fährst dann ein zweites Mal hin und zahlst ein zweites Mal.
2. Der Termin beim Arzt
Dort passieren drei Dinge:
- Die ärztliche Untersuchung bestätigt deine körperliche und geistige Eignung.
- Der Sehtest prüft dein Sehvermögen nach den Vorgaben für die Fahrgastbeförderung — er ist strenger als der für den normalen Führerschein.
- Der Funktions- und Leistungstest läuft am Rechner und prüft Reaktion, Konzentration, Aufmerksamkeit und Belastbarkeit. Man kann ihn nicht „lernen"; ausgeschlafen und ohne Hektik hinzugehen hilft mehr als jede Vorbereitung.
Nimm deinen Personalausweis und deinen Führerschein mit. Wenn du eine Brille oder Kontaktlinsen trägst: mitbringen und aufsetzen.
3. Führungszeugnis beantragen — Belegart O
Das beantragst du beim Bürgeramt deiner Stadt, online oder vor Ort. Wichtig ist die Belegart O — das normale Führungszeugnis hilft dir nicht weiter, und du wartest noch einmal zwei Wochen.
Manche Bürgerämter vergeben nur Termine, andere stellen es ohne Anmeldung aus. Ruf vorher kurz an oder schau auf die Website — davon hängt ab, ob du es heute erledigst oder erst in drei Wochen.
Lass das Zeugnis direkt an die Fahrerlaubnisbehörde schicken, nicht an dich selbst. Das spart einen Postweg und damit rund eine Woche.
4. Antrag bei der Fahrerlaubnisbehörde stellen
Zuständig ist die Fahrerlaubnisstelle deines Wohnorts — je nach Stadt heißt sie auch Führerscheinstelle oder Straßenverkehrsamt. Du musst persönlich erscheinen, weil vor Ort unterschrieben wird.
Mitbringen:
- Personalausweis oder Reisepass
- deinen Führerschein
- die ärztlichen Bescheinigungen aus Schritt 2
- ein biometrisches Passfoto
Ob ein Termin nötig ist, unterscheidet sich von Stadt zu Stadt. Auch hier lohnt der Anruf vorher.
5. Warten
Rechne mit vier bis sechs Wochen. Die Behörde prüft in dieser Zeit unter anderem deinen Punktestand im Fahreignungsregister. Danach kannst du den Schein abholen — und sofort anfangen zu fahren.
Was kostet der P-Schein?
Insgesamt liegst du bei 150 bis 300 Euro, verteilt auf drei Posten:
- Der Arzttermin — Untersuchung, Sehtest und Leistungstest zusammen. Das ist der größte Brocken, meist zwischen 150 und 240 Euro.
- Das Führungszeugnis — rund 13 Euro beim Bürgeramt.
- Die Gebühr der Behörde — je nach Stadt etwa 45 Euro.
Der Schein gilt anschließend fünf Jahre. Auf den Monat gerechnet sind das ungefähr vier Euro — für die Erlaubnis, mit der du überhaupt erst Geld verdienen kannst. Und er gehört dir, nicht deinem Betrieb: Wenn du wechselst, nimmst du ihn mit.
Ein Tipp, der wirklich spart: Die Preise der Betriebsärzte und Begutachtungsstellen unterscheiden sich deutlich. Zwei Anrufe, bevor du einen Termin machst, sind oft 50 Euro wert.
Gültigkeit und Verlängerung
Der P-Schein wird für höchstens fünf Jahre erteilt. Danach musst du ihn verlängern lassen — dafür brauchst du erneut eine ärztliche Bescheinigung und einen Sehtest. Kümmere dich rechtzeitig darum: Läuft der Schein ab, darfst du bis zur Verlängerung keine Fahrgäste befördern.
Und die Ortskundeprüfung?
Die gibt es nicht mehr. Sie ist am 2. August 2021 entfallen — der Verordnungsgeber hielt sie angesichts verbreiteter Navigationsgeräte nicht mehr für erforderlich. Wer dir etwas anderes erzählt, hat einen veralteten Stand.
An ihre Stelle sollte ein Fachkundenachweis treten. Der ist bis heute nicht bundesweit eingeführt: Die Länder haben die Anforderung ausgesetzt, und jedes Land entscheidet für sich. In der Praxis bekommst du den Schein derzeit ohne ihn.
Ein Detail solltest du trotzdem kennen: Viele Behörden erteilen den Schein mit der Auflage, dass ein Fachkundenachweis bis zur ersten Verlängerung vorliegen muss. Was das konkret bedeutet, kann dir nur deine Fahrerlaubnisbehörde sagen — frag bei der Antragstellung danach, dann weißt du, woran du bist.
Drei Fehler, die Zeit und Geld kosten
- Das falsche Führungszeugnis. Es muss Belegart O sein. Mit dem normalen fängst du von vorne an.
- Zu alte Bescheinigungen. Die ärztliche Bescheinigung und der Leistungstest dürfen in der Regel höchstens ein Jahr alt sein, der Sehtest zwei. Wer den Antrag zu lange liegen lässt, zahlt die Untersuchung ein zweites Mal.
- Punkte in Flensburg. Ab etwa fünf Punkten wird der Antrag schwierig. Deinen Stand kannst du kostenlos beim Kraftfahrt-Bundesamt abfragen — mach das, bevor du Geld für Untersuchungen ausgibst.
Du willst bei quickz fahren?
Sobald du den Schein hast, geht es schnell: Trag dich in unseren Kandidaten-Pool ein, und Partnerbetriebe aus deiner Stadt können dich direkt kontaktieren. Wenn du bereits eingetragen bist, aktualisiere einfach deinen P-Schein-Status über den Link in unserer letzten E-Mail — dann gehst du sofort an alle Betriebe raus, die danach suchen.
Zu den Fahrer-Stellen bei quickz
Die Angaben auf dieser Seite sind mit Sorgfalt zusammengestellt, ersetzen aber keine Auskunft deiner Behörde. Einzelheiten — besonders Gebühren, Termine und der Fachkundenachweis — unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Maßgeblich ist immer deine zuständige Fahrerlaubnisbehörde.